PRESSE

Ich baue mit Farben

Artikel von Reinhold Gries, veröffentlicht in der Offenbach Post am 17.2.23 anlässlich der Ausstellung Sandra Tröger „FROM SPACE TO SPACE I“ in der bok Galerie Offenbach

FROM SPACE TO SPACE II

Presseinformation zur Ausstellung in der Stadtgalerie „Alte Feuerwache“ im Stadtmuseum Amberg

Ausstellungsansicht From Space to space II von Sandra Tröger im Stadtmuseum Amberg 2023

„Raumkreuzer“ hat die Künstlerin Sandra Tröger ihren Bildzyklus betitelt, den sie in der Stadtgalerie Amberg erstmalig präsentiert. Die großformatigen Kompositionen zeichnen sich durch exakt begrenzte, leuchtende Farbflächen aus, die zwischen angedeuteter Dreidimensionalität und Fläche oszillieren. Dabei generieren die Farben ihre eigene Räumlichkeit, überstrahlen die Flächen des Bildes und teilen sich dem umgebenden, realen Raum mit. Teils mit fluoreszierenden Pigmenten gemalt, entfalten die schwebenden Figurationen unter UV-Licht eine wirkmächtige Nachtseite.

Sandra Trögers „Raumkreuzer“ verdanken sich Eindrücken, die die Künstlerin bei ihren Architekturstreifzügen mit der Kamera sammelt. Meist sind es Details, die schon im Moment des Fotografierens völlig abstrakt erscheinen: unabhängig vom Ort, der Zeit und dem Urheber. Die Fotos zeigen nicht mehr Architektur, sondern ein Bild, das vorgibt einen Raum zu zeigen. Nach der endgültigen Transformation des gefundenen Motivs zum Gemälde, wird es nur noch wenigen gelingen, Bauglieder der Amberger Glaskathedrale oder der Rosenthal Porzellanfabrik in Selb zu erkennen. Darum geht es auch nicht. Eher geht es um das Utopische im Raum des Bildes. Und manche Figuration wirkt dabei wie ein Raumschiff, das mit „Photonenantrieb“ aus einer Erzählung von Stanislav Lem herangeschwebt ist.

Stadtgalerie ALTE FEUERWACHE im Stadtmuseum Amberg, Zeughausstraße 18, 92224 Amberg
Eröffnung: Donnerstag, 5.10.23, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 5.10.–19.11.23
Öffnungszeiten: Di-Fr: 11-16 Uhr, Sa/So: 11-17 Uhr

Watch your step!

Presseinformation zur Ausstellung im Kulturmodell Passau, 2019

Vom 05. bis zum 19. April zeigt die Künstlerin Sandra Tröger im Kulturmodell Passau ihre aktuellen Arbeiten. 

In den vergangenen Jahren hat sich die Absolventin der Akademie der bildenden Künste München hauptsächlich mit den Themen der Architektur und der Farbe beschäftigt. Inspirieren lässt sich Tröger von der urbanen Landschaft. Mit dem Fotoapparat geht die in Niederbayern lebende Künstlerin auf Entdeckungsreise, füllt und gestaltet so ihr inneres Skizzenbuch. Manche der festgehaltenen Bilder treffen schon als Fotografie ihre gültige Aussage, manche setzt die Künstlerin in Malerei um. 

Die Architekturaufnahmen wirken oft rätselhaft abstrakt: als Betrachter erkennen wir vertraute Elemente, zum Beispiel Treppen, der Blickwinkel ist jedoch meist so gewählt, dass sie eine gewisse Befremdung auslösen. Fläche und Farbbereiche stehen im Vordergrund, Schattierungen und Hin weise auf Räumlichkeit sind – ebenso wie in der Malerei – zweitrangig. Dennoch nimmt man den Raum wahr. 

Werden die Motive Teil einer malerischen Auseinandersetzung, so überträgt Tröger die Bildstruktur mit wenigen Strichen auf die Leinwand. „Ab diesem Moment kehrt die Architektur quasi zu ihren Anfängen, der Skizze, zurück“, so die Künstlerin. Doch die genannte Struktur ist nur das eine, hinzu kommt: die Farbe. 

Der Farbklang bildet sich aus der reinen Idee heraus und entwickelt sich ohne Vorentwürfe direkt auf der Leinwand weiter. Es beginnt dann die Komposition der Nuancen: Tröger mischt Pigmente und Bindemittel zusammen, um höchste Reinheit und Leuchtkraft der Farbe zu erhalten. Dadurch entstehen einzigartige, sich nicht wiederholende Farbtöne. Ihr Zusammenspiel hat eine zentrale Bedeutung. Passt eine Farbe nicht in das Gesamtbild, wird sie übermalt. Auf diese Weise steht hinter jedem Werk ein komplexer und zeitintensiver Entstehungsprozess. 

Mitunter könnte man an die amerikanische Hard-Edge-Kunst denken, die genauso von scharf gegeneinander abgesetzten Farbflächen gekennzeichnet wird. Doch bei Tröger ist es eben keine rationale, emotionslose Malerei ohne erkennbaren Pinselduktus. In ihrem Malprozess folgt Impuls auf Strenge, exakte Linien kontrastieren mit gestischen, locker gemalten Partien, Farbspritzer legen sich über homogene Farbflächen. So ergeben sich außergewöhnliche, energiegeladene Kompositionen, die aus den großformatigen Malereien Trögers einen wahren Sinnesrausch machen. 

Zu sehen sind die neuesten malerischen und fotografischen Arbeiten von Sandra Tröger unter dem Titel „Watch your step!“ im Donauatelier. Die Eröffnung ist Samstag, 4.4., 19 Uhr.